Grundlagen für freie Dienstnehmer

Januar 18, 2017

Fragen, die sich manche Freelancer im Laufes ihres Berufslebens stellen sind unter anderem diese: Wann bin ich ein freier Dienstnehmer? Worauf muss ich achten, wenn ich als freier Dienstnehmer tätig bin?

Grundsätzlich gilt: freie Dienstnehmer sind Personen, die sich auf Grund freier Dienstverträge auf bestimmte oder unbestimmte Zeit zur Erbringung von Dienstleistungen verpflichten.

Einen freien Dienstvertrag kennzeichnen folgende Kriterien:

  • Es liegt ein Dauerschuldverhältnis vor, d. h., man stellt seine Arbeitskraft einem Auftraggeber zur Verfügung.
  • Es besteht keine Weisungsgebundenheit.
  • Der Ablauf der Arbeit kann selbsttätig geregelt und jederzeit geändert werden.
  • Die erforderlichen Betriebsmittel werden vom freien Dienstnehmer bereitgestellt.
  • Die Bezahlung erfolgt nach der Arbeitsdauer und nicht nach Werk.
  • Es gibt keine Urlaubsregelungen oder Sonderzahlungen.

Ein Beispiel: ein Journalist schreibt für ein Magazin regelmäßig Beiträge in einer bestimmten Länge und erhält dafür ein Honorar abhängig von der gedruckten Seitenanzahl. Dabei ist es unerheblich, an welchem Ort diese Berichte verfasst werden. Der Ablauf der Arbeit wird selbstständig geregelt und ist jederzeit änderbar.

Das Steuerrecht kennt keine gesonderte Definition eines freien Dienstnehmer. Aus der Sicht des Finanzamts ist diese Person somit ein „richtiger Unternehmer“ und muss eine Einkommensteuererklärung einreichen und keine Arbeitnehmerveranlagung. Der freie Dienstnehmer kann Betriebsausgaben ebenso absetzen wie ein „richtiger Unternehmer“.  Allerdings wird beim Finanzamt eine Art „Lohnzettel“ vom Auftraggeber gemeldet.

Allerdings kann ein freier Dienstnehmer nach dem Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz (ASVG) vollversichert sein, ganz wie ein „richtiger Dienstnehmer“. Dafür gelten folgende Bestimmungen:

  • Liegt man unter der monatlichen Geringfügigkeitsgrenze ( 415,72 im Jahr 2016) ist man vom Arbeitgeber vor der Aufnahme der Tätigkeit in der Unfallversicherung anzumelden.
  • Liegt das monatliche Entgelt überhalb der Geringfügigkeitsgrenze muss der freie Dienstnehmer beim zuständigen Krankenversicherungsträger  angemeldet werden. Sie sind somit unfall-, kranken- und pensionsversichert bei der Gebietskrankenkasse -wie ein „richtiger Dienstnehmer“.

 

Quelle: help.gv.at, sozialversicherung.at, sozialministerium.at


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