Grundlagen für Werkverträge

Januar 23, 2017

In unserem letzten Beitrag haben wir die Grundlagen für freie Dienstnehmer erklärt. Als weitere Möglichkeit wird man am Arbeitsmarkt auch mit dem Thema „Werkvertrag“ konfrontiert. Was sind nun Werkverträge und wann weiß man, ob man nach Werkvertrag arbeitet?

Per Definition arbeitet man per Werkvertrag, wenn man die Herstellung eines Werkes gegen Honorar abwickelt. Im Gegensatz zum freien Dienstnehmer ist nicht die Dauer, sondern das Ergebnis ausschlaggebend.

Einen Werkvertrag kennzeichnen folgende Kriterien:

  • Man „schuldet“ dem Auftraggeber die Lieferung eines „Werkes“.
  • Dieses muss selbstständig und eigenverantwortlich produziert werden.
  • Werkvvertragsnehmer benutzen ihre eigenen Arbeitsmittel und sind nicht in die Organisation eingegliedert.
  • Es besteht keine persönliche und wirtschaftliche Abhängigkeit, somit gilt man als nicht weisungsgebunden.
  • Die Bezahlung erfolgt nach Werk und nicht nach der Arbeitsdauer.
  • Man hat das Recht, sich durch einen Mitarbeiter oder ein Subunternehmen vertreten zu lassen.
  • Steuerlich betrachtet gilt man als „Selbstständiger“.

Ein Beispiel: Ein Werkvertrag liegt dann vor, wenn ein Autor sich gegen ein bestimmtes Entgelt verpflichtet, ein Buch zu schreiben. Ist das Werk fertiggestellt, wird das Honorar beglichen und das Vertragsverhältnis gilt automatisch als beendet.

Das Steuerrecht kennt auch beim Werkvertrag keine gesonderte Definition. Aus der Sicht des Finanzamts ist diese Person somit ein „richtiger Unternehmer“ und muss eine Einkommensteuererklärung einreichen und keine Arbeitnehmerveranlagung. Die auf Werkvertrag tätige Person kann Betriebsausgaben ebenso absetzen wie ein „richtiger Unternehmer“.

Auf Grund dessen gilt der Werkvertragsnehmer für die Gewerbliche Sozialversicherung als Gewerbetreibender oder Neuer Selbstständiger und ist somit in der Kranken- und Pensionsversicherung pflichtversichert.

Quelle: help.gv.atsozialversicherung.atbmf.gv.at, wko.at


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